Vom heulenden Hund zur Salzgrotte:
Elms musikalischer Werdegang
Meine ersten musikalischen Gehversuche?
Alles andere als glamourös: auf einer Bontempi-Orgel, begleitet vom Protestgeheul unseres Familienhundes – musikalische Früherziehung fürs Erste gescheitert.
Der Wendepunkt kam erst mit ca. 13 – Mitte der 80er: die Idee, mit meinen damals besten Kumpels eine eigene Band zu gründen.
Ein Instrument musste her – und weil noch ein Keyboard fehlte, fiel die Wahl darauf.
Eher Zufall als Liebe auf den ersten Blick. Eine gute Entscheidung? Definitiv!
Also Unterricht genommen – und Weihnachten ’87 kam der Gamechanger: ein Roland D-50.
Mein erster ernstzunehmender Synth und der Einstieg in eine Welt aus Sounds, Flächen und endlosen Möglichkeiten.
Spielen war nur der Anfang, Sounddesign wurde schnell genauso wichtig.
Dazu kam Songwriting, ergänzt durch erste Einblicke in die Jazztheorie.
Musikalisch begann meine Prägung im Classic Rock – mit Künstlern wie Gary Moore und Bands wie Guns N’ Roses – sowie im New Wave und New Romantic, allen voran Spandau Ballet.
In den 90er-Jahren entdeckte ich schließlich meine Leidenschaft für Progressive und Art Rock.
Besonders Marillion – insbesondere die Alben Seasons End und Brave – haben mich nachhaltig beeinflusst.
Heute bin ich stilistisch breit aufgestellt, doch mein Herz schlägt nach wie vor für den Prog-Rock und seine aktuellen Vertreter.
Vom Rockstar-Traum zur IT-Freiheit
Nach „Rockstar“ war Toningenieur mein Berufswunsch Nr. 2.
Letztendlich bin ich Informatiker geworden.
Der Traum vom Rockstar-Dasein blieb zwar unerfüllt, aber rückblickend war das vielleicht ein echter Glücksgriff:
So habe ich heute die Freiheit, genau die Musik zu machen, die ich möchte – völlig ungeachtet von Massentauglichkeit oder finanziellen Zwängen.
Aufgrund meiner Technikaffinität entpuppte sich das Keyboard für mich als die perfekte Kombination aus technischer Spielwiese und musikalischer Ausdrucksform.
Die Wechselwirkung zwischen Sound und Spielweise und die daraus resultierende Inspiration faszinieren mich bis heute.
Aus dem ursprünglichen Berufswunsch Toningenieur wurde ein computerbasiertes Homerecording-Studio, in dem ich unsere Songs heute selbst aufnehme, abmische und mastere.
Mit zunehmender Rechenleistung kam irgendwann die logische Konsequenz: weg von Hardware-Synths und Workstations, hin zu einem flexiblen, modularen Setup.
Hochwertige Software-Plugins kombiniert mit Masterkeyboards und einem leistungsstarken Rechner bilden heute den Kern meines Equipments.
Geprägt von den synthetischen Sounds der 80er wuchs später meine Begeisterung für Piano-, Orgel- und Vintage-Sounds – die Klassiker der analogen Ära.
Inspiriert von Prog-Größen wie Pink Floyd kamen zunehmend Sample- und Ambient-Sounds hinzu – Klangwelten, die Songs für mich erst lebendig und ausdrucksstark machen.
Ich liebe es, daraus Geschichten zu weben … vielleicht hätte ich doch Geräuschemacher werden sollen.
Das Saxophon: Ein „Salzgrotten-Moment“
Das Saxophon?
Vermutlich nicht zuletzt durch Spandau Ballet eher Liebe auf den ersten Blick – bei der Bandgründung aber zunächst zweitrangig.
So blieb es lange ein „Irgendwann mal“-Projekt.
Bis 2016. Ein Thermenbesuch.
Eine Stunde Salzgrotte. Entspannte Sax-Musik – und plötzlich war klar: Jetzt oder nie.
Seitdem bin ich autodidaktisch am Tenorsax unterwegs und erfülle mir endlich meinen Jugendtraum.
Das Saxophon ist der komplette Gegenpol zum Keyboard.
Keine Elektronik, dafür pure Mechanik.
Keine Tasten, kein Volumeregler, keine Presets.
Nur Atem, Ansatz und Intonation.
Live bedeutet das ein komplett neues Level: Raus aus der Deckung der Tastenburg, rein ins Rampenlicht.
Mein Ticket nach vorne – direkt in die erste Reihe.
Mehr Energie, mehr Bewegung, mehr Show.
Während die Keys das Fundament und die atmosphärische Vielseitigkeit liefern, bringt das Saxophon die Kante – die „Solo-Sau“ und den direkten Draht zum Publikum.
Zwei Welten – ein Sound.
Entscheiden? Unmöglich.
Bleibt nur ein Problem: Ich kann nicht beides gleichzeitig spielen – noch nicht...
