Die Geschichte von Generation Head Up

 

Ihr wollt wissen, wie Generation Head Up entstanden ist und zu der Band wurde, die ihr heute kennt?

Cool – freut uns.

Dann los.

Aber: Wollt ihr die kurze oder die lange Story?

 

👉 Die kurze Story startet mit den Vorläufen der Gründung von Generation Head Up im Jahr 2012

– springt dafür einfach direkt zu Kapitel 2.

 

👉 Die lange Story umfasst auch die eng verwobene Geschichte der Vorgänger-Band Lies & Sins und ist etwas für begeisterte Zeitreisende.

Wir beamen uns dafür rund weitere drei Jahrzehnte zurück – mitten in die 80er.

Ihr wollt mehr?

Dann bleibt einfach bei Kapitel 1.

 

 Und ja… „Zeitreise“ trifft es verdammt gut.

Wir können selbst kaum glauben, dass wir schon so lange gemeinsam rocken.


Lies & Sins – Die erste Epoche

 

Mitte der 80er – Schulhof, große Träume und ein Tennisschläger

 

Wir schreiben die Mitte der 80er Jahre. Patrick Wielsky und Elmar Wendeler sind 13 Jahre alt und haben in den groĂźen Pausen offenbar nichts Besseres zu tun, als ĂĽber die GrĂĽndung einer eigenen Band zu sinnieren.

Der Plan ist simpel: Mit einer Band gehört man in jedem Fall zu den „Coolen“.

 

Patrick, dank klassischer Gesangsausbildung mit einer ausdrucksstarken Stimme gesegnet, singt, spielt Klavier und hat den Kopf bereits voller Songideen.

Elmar, musikalisch noch auf der Suche nach dem richtigen Ventil, setzt sich ans Schulschlagzeug – frei nach dem Motto: „Draufhauen kann ja jeder.“

Spoiler: Kann eben nicht jeder.

 

Aber egal – die beiden sind angefixt.

Mit UnterstĂĽtzung der Musiklehrerin und der Band-AG wird aus dem Pausenprojekt langsam Ernst.

Sie lernen Sascha Lederer kennen, der an den Drums schon erste Erfahrungen hat.

Elmar, musikalisch noch nicht so festgelegt, wechselt an die Keyboards, und Patrick schnappt sich zusätzlich zum Gesang die Gitarre.

Zuletzt findet auch Bert Herbst (heute Schadow) ĂĽber die Band-AG zu uns.

Er wird kurzerhand zum Bassisten erklärt – einfach, weil der Posten am Schlagzeug, den er eigentlich gewollt hätte, schon vergeben war.

 

Diese pragmatische Entscheidung erweist sich bis heute als Glücksgriff: Die ersten Trockenübungen noch stilecht auf dem Tennisschläger, entpuppt sich Bert als rhythmisches Uhrwerk, das den Laden zusammenhält.

Er setzt am Bass ein Fundament, das keiner von uns ins Wanken bringt.

1988 steht sie dann: Die erste feste Bandbesetzung.

 

1987–1991 – Von Ausrufezeichen zu Lies & Sins

 

Wie das in jungen Jahren so ist, wird mit Namen experimentiert, bis die Ohren bluten: Exclamation Mark oder The Event landen glĂĽcklicherweise wieder im Papierkorb.

 

Musikalisch geht es dagegen steil bergauf.

Weihnachten '87 bekommt Elmar einen Roland D-50, seinen ersten ernstzunehmenden Synth – sein Start in die professionelle Klangwelt.

Eigene Songs entstehen und werden monatelang perfektioniert – besonders am Erstlingswerk „The Try to Survive“ wird gefeilt, bis es sitzt.

 

1989 folgt der erste offizielle Auftritt im Berliner Freizeitclub „Baracke“, gefolgt von weiteren Gigs und sogar einer Bandreise nach Bulgarien.

1991 dann ein erster Erfolg: Sieg im Vorentscheid des Berliner Rockwettbewerbs und ein stolzer 3. Platz im Finale.

In dieser Phase finden wir auch endlich den Namen, der uns lange begleiten soll: Lies & Sins.

Mit ersten Studioaufnahmen und dem Album „The Silent Cry“ halten wir Anfang der 90er unsere Musik erstmals richtig fest.

 

1994–2000 – Quereinsteiger, Tabubrüche und der Weg zum Prog

 

Die 90er bringen Bewegung – in den Sound und in die Besetzung: 1994 kommt Michael Blümcke (heute Bernau-Blümcke) quasi als Quereinsteiger an Bord.

Zunächst treuer Fan, übernimmt er bald Grafik- und PR-Arbeiten.

Aus der kreativen Hilfe wird eine tiefe Freundschaft und schließlich der feste Einstieg – erst an der Gitarre, später auch am Background-Gesang.

Er arbeitet sich mit beeindruckendem Einsatz in seine neue Rolle hinein und wird schnell zum unverzichtbaren Bestandteil.

 

Mit Sascha kommt es leider zu ZerwĂĽrfnissen.

Er verlässt 1995 die Band und Gordian übernimmt für zwei Jahre (1997–1999) die Sticks.

Da er jedoch mit Musik Geld verdienen will, macht er sich wieder auf zu neuen Ufern.

Wir suchen wiederum einen neuen Drummer und landen schlieĂźlich 2000 bei Marc Fiedler.

Als Drummer der ehemaligen „Schulkonkurrenz-Band“ wurde er von uns lange nicht in die engere Wahl gezogen – ein Fehler, wie sich zeigt: Marc wird fortan zum zuverlässigen Taktgeber an den Kesseln.

 

Ungeachtet der Veränderungen gibt es zu dieser Zeit in Elmars Bude zahlreiche Sessions mit Patrick und Elmar, bei denen die beiden musikalisch immer mehr zusammenwachsen.

Getrieben vom Marillion-Sound der Hogarth-Ära und anderen Vertretern der Art-Rock- und Neo-Prog-Szene entwickelt sich die Band immer stärker in Richtung Progressive Rock: komplexer, atmosphärischer und eigenständiger.

Auch erste Songs mit deutschen Texten entstehen.

 

2004 – Der erste große Meilenstein

 

Nach Jahren des Tüftelns ist es so weit: Das Album „Back Again“ erscheint.

Es ist die erste eigene Produktion, von Elmar in seinem Homerecording-Studio gemixt.

Und plötzlich ist da ein handfester Erfolg: Der Song „Neo Zombie“ schießt auf Platz 1 der Schweizer Internetcharts.

Die Band spielt sich durch die Berliner Clublandschaft: Lido, SO36, K17 – die Namen auf den Plakaten werden größer.

 

2010–2012 – Brüche, Wasserschaden und Stille

 

Ende der 2000er arbeiten wir an neuem Material. Songs wie „Vaters Dialog“, „Oktober“ und „Flucht“ sind das Progressivste, was wir bis dato geschrieben haben.

Doch 2010 folgt der Schock: Sänger und musikalischer Ur-Motor Patrick verlässt die Band mitten während der Aufnahmen.

Wir versuchen, die Kurve zu kriegen, doch die Suche nach einem neuen Sänger zündet nicht, und instrumentale Experimente erreichen keine zufriedenstellende Reife.

Die drei Songs werden zu unseren „Unvollendeten“. 2012 folgt der endgültige Tiefpunkt: Ein Wasserschaden flutet den Proberaum.

Marc und Micha steigen aus.

Ăśbrig bleiben nur noch Bert und Elmar.

Der Rest: Geschichte. 


2. Generation Head Up – Der Neustart

 

2012–2014 – Keller-Chaos und die Suche nach der Stimme

 

Game over?

Nicht mit Bert und Elmar!

Alles, was nicht im Wasser untergegangen ist, wird in Elmars Keller gerettet, wo ein provisorischer Bandraum entsteht.

Das Ambiente: Low Budget.

Der Wille: ungebrochen.

Diesmal lautet die Devise: Alles auf Null.

Kein fester Stil, keine Erwartungen.

 

Wir proben mit vielen Musikern, schließlich stößt Michael Schiller an der Gitarre zu uns und wird ein wichtiger Pfeiler für den Neuanfang.

Die Suche nach dem passenden Gesang wird jedoch zum Casting-Marathon, oft mehr Graus als Ohrenschmaus, bis schlieĂźlich Marc Lange (Gesang, Gitarre) dazukommt.

Er bringt genau das mit, was wir fĂĽr unseren musikalischen Prozess brauchen: Er kann aus dem Stand improvisieren.

Er findet sofort einen Zugang zu neuen Ideen, ohne dass Melodie oder Text schon „Brief und Siegel“ haben müssen.

Gleichzeitig hat er das seltene Talent zu wissen, wann er mal nicht singen sollte, um dem Song Luft zu lassen oder uns die Chance zu geben, das musikalische Grundgerüst erst einmal zu „ergrooven“.

 

Nur das Schlagzeug bleibt die ewige Baustelle... wobei der „alte“ Drummer Marc Fiedler immer mal wieder aushilft.

Man merkt sofort, dass es passt, wenn er dabei ist.

Nach dem teilweise grobmotorischen Geklöppel anderer Test-Drummer ein Gefühl von „Die Sonne geht auf“ – aber für einen echten Wiedereinstieg ist er noch nicht bereit.

 

2014 – Die Rückkehr und ein neuer Name

 

2014 passiert es dann: Drummer-Marc kehrt offiziell zurĂĽck!

Die Band ist wieder komplett und allen ist klar: Das hier soll kein „Lies & Sins 2.0“ werden, sondern ein echtes neues Kapitel.

Aus dem improvisierten Keller-Proberaum wird eine dauerhafte kreative Zentrale.

 

Zunächst starten wir mit vorsichtigem Optimismus.

Mit Patrick war nicht nur ein Sänger und Freund gegangen, sondern auch ein musikalischer Grundpfeiler.

Die bange Frage: ZĂĽndet die Nummer wieder?

Werden neue Songs kommen? Die Antwort liefert der erste neue Song „Mission to Mars“.

Er klingt ganz klar nach Prog-Rock – aber nicht nach Abklatsch, sondern nach uns im Hier und Jetzt.

 

Ein neuer Name besiegelt diesen Spirit: Generation Head Up.

Und wer glaubt, der Name nimmt nur Bezug auf die Entstehungsgeschichte, der hat nur zur Hälfte recht – eigentlich verbirgt sich dahinter ein ganz anderer Gedanke... aber das verraten wir euch in einem separaten Post!

 

2015 – Der Laden läuft wieder

 

2015 spielen wir den ersten Gig in neuer Formation.

#Die neuen Songs zünden, das Publikum geht mit – der Neustart ist geglückt.

Zusammen mit Michael Schiller entsteht unsere erste EP mit den Songs „Mission to Mars“, „Last Station“ und „Stop“: der offizielle Beweis, dass der Laden wieder läuft.

 

2.4 2018 – Frischer Wind und ein Jugendtraum

 

2018 verlässt Michael Schiller die Band aus beruflichen Gründen.

Mit Marc Coester finden wir schnellen Ersatz, der erdigen Gitarrensound und neue Impulse mitbringt.

Zeitgleich wagt Elmar den Schritt aus seiner Keyboard-Burg: Er erfĂĽllt sich einen Jugendtraum und lernt Saxophon.

2018 steht er damit erstmals auf der BĂĽhne.

Elmar genießt die Freiheit, die ihm das Instrument gibt: Er kann als Solist auch mal direkt an der Frontkante stehen – und das Saxophon wird schnell zum Publikumsliebling.

 

2.5 2020–2024 – „A Place Inside“ und ein bekanntes Gesicht

 

Die Corona-Pause nutzen wir für das Album „A Place Inside“.

Da Treffen unmöglich sind, entsteht das Werk im Home-Office: Jeder nimmt zu Hause auf, die Spuren wandern digital zu Elmar ins Homerecording-Studio.

Die Arbeitsweise ist für uns ungewöhnlich, aber man hört dem Ergebnis die Distanz nicht an.

„A Place Inside“ wird zudem unser erster Release auf Streaming-Plattformen wie Spotify – ein echter Meilenstein nach all den Jahren im Proberaum-Universum.

 

Kurz vor der Veröffentlichung 2022 verlässt Marc Coester die Band.

Genervt von den ständigen Wechseln an der Gitarre, wagen wir einen „Herzens-Move“: Wir fragen unseren alten Weggefährten Michael Blümcke (inzwischen Bernau-Blümcke), ob er zurückkommen will.

Nach einigem Zögern schlägt er schließlich ein und beißt sich durch die letzten 10 Jahre Bandentwicklung – zum zweiten Mal.

Mit Micha kehren auch die fliegenden, atmosphärischen Gitarrensounds und E-Bow-Effekte zurück, die wir alle aus alten Zeiten bereits vermisst haben.

2024 erscheint endlich das Album, und Micha steht beim Release-Gig wieder mit uns auf der BĂĽhne.

 

Heute – Zurück zum Kern

 

Heute stehen über zwei Stunden eigenes Material auf der Setlist – alles Eigenkompositionen, auf die wir verdammt stolz sind.

Aktuell arbeiten wir an den Aufnahmen und dem Video zu „Fall Down“ und haben gerade unseren neuesten Song „One More Day“ fertiggestellt.

 

In der Band ist endlich wieder Ruhe eingekehrt.

Und dabei ist etwas passiert, womit 2012 niemand gerechnet hätte: Bis auf den ursprünglichen Sänger ist die alte Besetzung wieder vereint.

Verstärkt durch Sänger-Marc an der Front hat sich wieder eine homogene Einheit gebildet, die besser funktioniert als je zuvor.

Beim gemeinsamen Jamming entstehen die finalen Arrangements, in denen jeder von uns seinen eigenen Teil beiträgt.

 

Fazit – Ein Kreis schließt sich

 

Als Bert und Elmar 2012 aus dem abgesoffenen Proberaum retteten, was noch zu retten war, war die Zukunft völlig offen.

Dass wir am Ende wieder beim Prog-Rock landen wĂĽrden, war kein Plan, sondern Bestimmung.

 

Wir servieren keinen aufgewärmten Brei von damals und auch keinen alten Wein in neuen Schläuchen.

Bei uns bekommt ihr frischen Prog-Rock: selbst geschrieben, mit Herzblut arrangiert und garantiert nicht von der Stange.

Generation Head Up hat eine eigene Handschrift – freier, vielseitiger und lebendiger. 

 

 

Oder kurz gesagt: Neu erfunden.

Sich selbst treu geblieben.